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	<title>Innenansichten eines Bloggers &#8211; Kraft der Seele</title>
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	<description>Rund um das Thema &#34;Gelingendes Leben&#34;. Von der Suche, dem Weg und dem Ziel.</description>
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	<title>Innenansichten eines Bloggers &#8211; Kraft der Seele</title>
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		<title>2017 &#8211; Mein Jahr der Langsamkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans-Jürgen Lahann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Jan 2017 00:16:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Innenansichten eines Bloggers]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele setzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einer Zeit, in der alle von neuen Zielen und Projekten, guten Vorsätzen, Planungen und Perspektiven sprechen, habe ich mich für mein 2017 für einen Gegenentwurf entschieden. Ich erkläre 2017 hiermit zu meinem Jahr der Langsamkeit. Schneller, höher, weiter&#8230; Expansion, höhere Ziele, mehr Ergebnisse&#8230; mit mir nicht (mehr). Nicht, dass ich generell was gegen Ziele [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" class="wp-image-477 aligncenter" src="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2017/01/2017-300x169.jpg" alt="Entdeckung der Langsamkeit" width="588" height="331" srcset="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2017/01/2017-300x169.jpg 300w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2017/01/2017-341x192.jpg 341w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2017/01/2017.jpg 560w" sizes="(max-width: 588px) 100vw, 588px" /></p>
<p>In einer Zeit, in der alle von neuen Zielen und Projekten, guten Vorsätzen, Planungen und Perspektiven sprechen, habe ich mich für mein 2017 für einen Gegenentwurf entschieden. Ich erkläre 2017 hiermit zu meinem Jahr der Langsamkeit. Schneller, höher, weiter&#8230; Expansion, höhere Ziele, mehr Ergebnisse&#8230; mit mir nicht (mehr). Nicht, dass ich generell was gegen Ziele hätte oder mir keine setzen möchte. Ich habe bisher meine Jahre immer gut geplant und mir fortlaufend Ziele gesetzt. Ziele sind wichtig, keine Frage. Warum es trotzdem dieses Jahr für mich anders ist, verrate ich Dir hier. Mit diesem Beitrag beteilige ich mich ausserdem an der <a href="https://gedankenraumblog.wordpress.com/2016/12/06/blogparade-ich-erklaere-dieses-jahr-zum-jahr-des/" class="broken_link">Blogparade</a> der Kollegin Jennifer vom <a href="https://gedankenraumblog.wordpress.com/" class="broken_link">Blog Gedankenraum</a>. Vielen Dank für das schöne Thema :-)</p>
<p><span id="more-475"></span></p>
<p>Eine Jahresbilanz zu machen und das neue, kommende Jahr zu planen, gehörte für mich immer zu der Sylvester- und Weihnachtszeit dazu. Ich habe mir dafür immer neue Methoden und &#8222;Tools&#8220; angeeignet und ausprobiert, z.B. für <a href="https://kraft-der-seele.de/Blog/bilanz-ziele-fuer-2015/">2015</a> und für <a href="https://kraft-der-seele.de/Blog/rad-des-lebens-2016/">2016</a>, und es hat jedesmal Spass gemacht. Ich liebe Sylvester. Das neue Jahr liegt dann jedesmal so frisch und neu vor einem, ein ganzes Jahr neu zu planender Zeit, die man füllen kann, mit dem, was man will. Sylvester macht alles neu :-)</p>
<h4>Bilanz 2016<img loading="lazy" class=" wp-image-493 alignright" src="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2017/01/1439150992_todo-list.png" alt="Bilanz" width="222" height="157" /></h4>
<p>Mein Jahr 2016 hatte einige lehrreiche <a href="https://kraft-der-seele.de/Blog/nie-zu-spaet-fuer-eine-glueckliche-kindheit/">Erkenntnisse</a> für mich parat. Ich bin mit guten Ideen und Vorsätzen gestartet. Ich wollte es endlich wissen&#8230; ich wollte Youtube nutzen, habe deshalb extra einen Videokurs gekauft. Ich habe mir einen Traum erfüllt und mich bei Veit Lindaus Coachingplattform Human Trust angemeldet. Motto: Finde die strahlendste Version von Dir selbst. Ich wollte es wissen, 2016 sollte mir der Durchbruch gelingen. Ausserdem wollte ich für meine beiden Blogs jeweils einen Beitrag im Monat schreiben (die Themen fein säuberlich geplant) und einmal im Monat einen NL raus bringen. Soweit meine Planung&#8230;</p>
<p>Schon im Februar musste ich feststellen, dass ich mich weit überschätzt hatte&#8230; ich hatte keine Zeit, mir die Videos des Kurses anzusehen, geschweige denn, eigene zu machen. Ich habe mir keine Kurse von Veit Lindau ansehen können und ich bin überhaupt nicht dazu gekommen, meine Blogposts und NL zu schreiben. Nichts von dem liess sich umsetzen. Ich hatte weder Zeit, noch Kraft. Von Ideen und Lust ganz zu schweigen. Warum war es in diesem Jahr anders? In 2015 hatte ich noch so viel Energie und Engagement in meine Blogs gesteckt und jetzt ging nichts mehr?! Und das, obwohl mir diese ganze Online-Tätigkeit doch so viel Spass macht&#8230;</p>
<p>Die ersten schmerzhafte Erkenntnis war, in einer Sackgasse zu stecken. Ich hatte mich verrannt. Immer mehr sollte es werden, immer mehr Online Tätigkeit, mehr Reichweite, mehr LeserInnen, mehr Traffic, mehr ERFOLG&#8230; Und dabei blieben andere, wichtige Dinge auf der Strecke&#8230; Beziehungen, Partnerschaft, Erholung, Freizeit, einfaches Nichtstun&#8230; Neben einem Vollzeitjob, Haus und Garten und der Online-Tätigkeit war keine Zeit mehr für nichts&#8230; das rächte sich jetzt, auch wenn es, wie gesagt, Spass macht.</p>
<h4>Das große WARUM?</h4>
<p>Ich begann mich zu fragen, warum ich an dieser Online Tätigkeit so interessiert war, was mir daran eigentlich so viel Spass macht und was ich unter &#8222;Erfolg&#8220; überhaupt verstehe.</p>
<p>Natürlich macht es keinen Spass, einen Blog zu schreiben, den keiner liest. Und deshalb ist es nur natürlich, dass man als Blogger Interesse hat, seinen Blog zu verbreiten. Aber wenn ich ehrlich bin, wollte ich mehr. Nicht nur eine &#8222;kleine&#8220; Leserschaft, ich wollte das die Zahlen wachsen und das ich gelesen werde. Ich gebe es ungern zu: ich wollte bedeutend sein, etwas besonderes, mich abheben von &#8222;der Masse&#8220;&#8230;</p>
<p>Ich fragte mich weiter nach dem &#8222;Warum&#8220;&#8230; Warum will ich bedeutend sein?</p>
<p>Die Antwort war: ich will etwas bewegen, ich will Menschen bewegen, ich will Spuren hinter lassen, ich will merken, dass ich einen WERT habe&#8230;</p>
<p>Und diese Antwort, einen Wert haben wollen, brachte mich wieder eine Ebene tiefer. Was ist das eigentliche Bedürfnis hinter meinem Wunsch, erfolgreich zu sein?</p>
<p>Wenn ich erfolgreich bin, dann kenne ich meinen Wert. Dann bin ich bei mir angekommen. Dann habe ich die Freiheit, meine Bedürfnisse zu kennen und sie auch zu leben. Wenn ich Erfolg habe, dann bin ich angekommen&#8230;</p>
<p>Und in dem Moment, wo mir klar wurde, was die eigentlichen Bedürfnisse hinter meinem Wunsch, erfolgreich zu sein, waren, konnte ich los lassen. Wieso sollte ich so wichtige Bedürfnisse von äußerem Erfolg abhängig machen?! Ich konnte anfangen mir Gedanken zu machen, auf welche andere Weise ich diesen Bedürfnissen gerecht werden kann, wo sie herkommen, welchen <a href="https://kraft-der-seele.de/Blog/nie-zu-spaet-fuer-eine-glueckliche-kindheit/">Hintergrund</a> sie haben und ob ich sie überhaupt erfüllen kann.</p>
<p>Das ist nicht so einfach, wie es sich hier liest&#8230; Da es mir immer schwer fällt, Zugang zu meinen (wirklichen) Bedürfnissen zu finden, ist dieser Weg für mich schwierig. Und er bedeutet vor allem die schmerzhaften Erkenntnisse, dass ich nicht alles, was ich mir vornehme und erreichen möchte, auch schaffe.</p>
<h6 style="text-align: center;">Und um diesen Prozess im nächsten Jahr meine Aufmerksamkeit zu widmen, erkläre ich das Jahr 2017 zu meinem Jahr der Langsamkeit.</h6>
<p><img loading="lazy" class="aligncenter size-medium wp-image-490" src="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2017/01/road-15275_1280-300x240.jpg" alt="Entdeckung der Langsamkeit" width="300" height="240" srcset="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2017/01/road-15275_1280-300x240.jpg 300w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2017/01/road-15275_1280-768x614.jpg 768w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2017/01/road-15275_1280-1024x819.jpg 1024w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2017/01/road-15275_1280-648x518.jpg 648w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2017/01/road-15275_1280-240x192.jpg 240w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2017/01/road-15275_1280.jpg 1280w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>Ich habe lange überlegt, welchen Begriff ich wählen soll, zu dem ich mein Jahr 2017 erkläre. Langsamkeit erschien mir zunächst wenig attraktiv, weil sie negativ besetzt ist. Dabei hat Langsamkeit für mich viele positive Aspekte:</p>
<ul>
<li>Zeit nehmen</li>
<li>gründlicher hinsehen</li>
<li>hinterfragen</li>
<li>Bedürfnisse überprüfen</li>
<li>Energie sammeln und einteilen</li>
<li>sich auf das Wesentliche konzentrieren</li>
<li>Effektivität</li>
<li>in die Tiefe gehen statt in die Breite&#8230;</li>
<li>sich selbst nicht verlieren</li>
<li>Souverän in der eigenen Mitte bleiben</li>
<li>Beschränkung</li>
<li>Akzeptanz der eigenen Grenzen und Bedürfnisse</li>
<li>usw.</li>
</ul>
<h5>Stärken stärken statt Schwächen schwächen</h5>
<p>In dieser ganzen Zielsetzungs- und &#8222;Gute-Vorsätze&#8220;- Geschichte steckt die Gefahr, dass man sich immer optimieren will. Ich gebe auch zu, ich bin ein Selbstoptimierungs-Junky. Jedes Tool zur Selbstoptimierung muss ich nutzen. Und dabei fällt mir auf, dass ich meine Stärken aus dem Blick verliere. Ich will immer noch besser werden, statt mich auf meine Stärken zu konzentrieren und diese auszubauen bzw. erstmal richtig zu nutzen. Der Rest findet sich :-)</p>
<p>Und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, gehört eindeutig zu meinen Stärken :-)</p>
<p>In diesem Sinne höre ich jetzt auf mit dem &#8222;Geschwafel&#8220; und komme wieder zum Punkt:</p>
<p>Ich erkläre feierlich 2017 zu meinem Jahr der Langsamkeit und danke für diese schöne Blogparade und das Thema. Und wenn Du etwas über Langsamkeit oder DEIN Thema des Jahres 2017 sagen möchtest, schreibe einen Kommentar. Ich antworte :-) Langsam :-)</p>
<p>Mach´s gut :-)</p>
<p>Dein Hans-Jürgen</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ist es doch irgendwann zu spät für eine glückliche Kindheit?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans-Jürgen Lahann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Aug 2016 08:02:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Innenansichten eines Bloggers]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele setzen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfolg]]></category>
		<category><![CDATA[glückliche Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kennst Du den Spruch: &#8222;Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit&#8220;? Als systemischer Therapeut, dem Konstruktivismus nahe, habe ich diesen Satz lange für sehr wichtig und richtig gehalten. Schließlich bestimmt vielfach hauptsächlich das, was wir an &#8222;Geschichten&#8220; aus unsere Kindheit über uns mitbringen, unseren Umgang mit ihr und uns selbst. &#8222;Geschichten&#8220; kann man [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_403" style="width: 448px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-403" loading="lazy" class="wp-image-403" src="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/teddy-1485298_1280-300x200.jpg" alt="glückliche Kindheit" width="438" height="291" srcset="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/teddy-1485298_1280-300x200.jpg 300w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/teddy-1485298_1280-768x512.jpg 768w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/teddy-1485298_1280-1024x682.jpg 1024w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/teddy-1485298_1280-648x432.jpg 648w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/teddy-1485298_1280-288x192.jpg 288w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/teddy-1485298_1280.jpg 1280w" sizes="(max-width: 438px) 100vw, 438px" /><p id="caption-attachment-403" class="wp-caption-text">Quelle: www.Pixabay.com</p></div>
<p>Kennst Du den Spruch: &#8222;Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit&#8220;? Als systemischer Therapeut, dem Konstruktivismus nahe, habe ich diesen Satz lange für sehr wichtig und richtig gehalten. Schließlich bestimmt vielfach hauptsächlich das, was wir an &#8222;Geschichten&#8220; aus unsere Kindheit über uns mitbringen, unseren Umgang mit ihr und uns selbst. &#8222;Geschichten&#8220; kann man zum einen auch immer wieder anders erzählen und zum anderen erlauben sie immer auch die Suche nach Ressourcen. Insoweit kann jede Kindheit nachträglich auch als &#8222;glücklich&#8220; erzählt werden. Insofern ist es nie zu spät für eine glückliche Kindheit. Das könnte den Schluss nahe legen, dass es in der Kindheit nichts zu versäumen gibt. Das man alles aus dieser Zeit nachholen bzw. nachträglich &#8222;nach erzählen&#8220; kann. Meine Entwicklung und Erkenntnisse aus den letzten Monaten bringen mich jetzt aber dazu, es komplett anders zu sehen&#8230; <span id="more-402"></span></p>
<h4>Gute Vorsätze</h4>
<p>Ich hatte mir für dieses Jahr <a href="https://kraft-der-seele.de/Blog/rad-des-lebens-2016/" target="_blank">viel</a> vorgenommen.  Ich wollte für beide <a href="https://schmerzfrei-durch-ernaehrung.de/Blog/blog/">Blogs</a> jeden Monat einen Beitrag schreiben und für jeden einmal im Monat einen Newsletter heraus bringen. Aber was noch viel wichtiger war, ich wollte als neue Plattform <a href="https://www.youtube.com/channel/UCvqgVZEjPZeL0m2kBwa0NdA">Youtube</a> für mich erobern und regelmäßige Videos drehen und posten. Dafür habe ich mich bei <a href="http://robertgladitz.de" target="_blank">Robert Gladitz Youtube Kurs </a>angemeldet.  Ausserdem habe ich mir im Januar einen Wunsch erfüllt und mich endlich dazu entschlossen, mich bei <a href="https://humantrust.com/" target="_blank">Veit Lindaus Human Trust</a> anzumelden. Eine Vernetzungsplattform, auf der man auch Videoseminare von ihm mitmachen kann. Ich habe finanziell einiges investiert. Ich wollte es endlich wissen&#8230;</p>
<div id="attachment_386" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-386" loading="lazy" class="wp-image-386 size-medium" src="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/07/K800_20160607_132500-300x169.jpg" alt="glückliche Kindheit" width="300" height="169" srcset="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/07/K800_20160607_132500-300x169.jpg 300w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/07/K800_20160607_132500-768x432.jpg 768w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/07/K800_20160607_132500-1024x576.jpg 1024w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/07/K800_20160607_132500-648x364.jpg 648w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/07/K800_20160607_132500-341x192.jpg 341w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/07/K800_20160607_132500.jpg 1067w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-386" class="wp-caption-text">Quelle: privat</p></div>
<p>Spätestens im März musste ich mir eingestehen, dass ich von meinen guten Vorsätzen NICHTS umsetzen konnte. Und zwar nicht nur hier und dort ein wenig davon nicht, sondern wirklich radikal nichts&#8230; Ich habe gerade im Januar noch einen Newsletter raus gebracht. Bei Roberts Kurs habe ich mir gerade mal die Einführungsvideos angesehen. Beim Human Trust habe ich im Februar an einem Treffen der Regional Gruppe in Bremen teilgenommen und mich auf der Plattform für alle möglichen Kurse angemeldet&#8230; gemacht habe ich keinen davon und zu den monatlichen Treffen bin ich auch nicht mehr gegangen.</p>
<p>Mir wurde klar, dass ich mich komplett übernommen hatte. Wollte ich meine Vorsätze wirklich umsetzen, blieb mir neben meinem Vollzeitjob und <a href="http://www.vonpaarzupaar.com/" target="_blank">Paarberatungen</a> in der Praxis meiner Frau kaum noch Zeit für die angenehmen Dinge im Leben, wie Partnerschaft, Erholung, Freizeit und Entspannung.  Was nicht bedeutet, dass mir die Arbeit an meinen Blogs usw. keinen Spass macht&#8230; Aber es gibt im Leben eben auch noch mehr, das wurde mir schmerzlich klar&#8230;</p>
<h4>Fragen über mich&#8230;</h4>
<p>Ich begann, mich zu zurück zu ziehen und mir Fragen über mich und meine Situation zu stellen. Der erste schmerzliche Schritt war die Erkenntnis der Überforderung. Ich, der von mir immer geglaubt hatte, ich schaffe alles. Ich musste erkennen, dass ich meine Grenze(n) erreicht hatte. Aber wie war ich an diesen Punkt gekommen? Was hat mich hierher gebracht? Wieso bin ich innerlich so getrieben? Wieso kann ich mit meiner Lebenssituation, so wie sie ist, nicht zufrieden sein? Wieso bin ich nicht einfach glücklich, mit dem, wie es ist? Ich habe einen tollen Job, den ich mir immer so gewünscht habe, wie er jetzt ist.  Auch privat ist alles gut. Die Kinder sind groß und erwachsen, keine Verpflichtungen mehr, genug Zeit für die angenehmen Dinge. Warum kann ich nicht einfach damit zufrieden und glücklich sein? Warum &#8222;muss&#8220; ich noch Blogs schreiben, den Menschen meine Erkenntnisse nahe bringen und warum lasse ich mich von diesem Gedanken, NOCH mehr erreichen zu können und ENDLICH MEIN Ding zu machen und damit auch noch Geld verdienen zu können, so anlocken, dass ich im wahrsten Sinne Zeit und Raum vergesse?! Und ich begann, meine Motive zu hinterfragen.</p>
<h4>&#8222;&#8230;dann habe ich es geschafft!&#8220;</h4>
<div id="attachment_447" style="width: 212px" class="wp-caption alignright"><img aria-describedby="caption-attachment-447" loading="lazy" class="size-medium wp-image-447" src="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514350_0001-202x300.jpg" alt="glückliche Kindheit" width="202" height="300" srcset="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514350_0001-202x300.jpg 202w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514350_0001-129x192.jpg 129w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514350_0001.jpg 442w" sizes="(max-width: 202px) 100vw, 202px" /><p id="caption-attachment-447" class="wp-caption-text">Quelle: privat</p></div>
<p>Dabei fiel mir auf, dass ich mich oft von diesem Satz leiten lasse: &#8222;Wenn ich das noch erreicht habe, dann habe ich ES geschafft!&#8220; Und ich wollte wissen, was das denn ist, WAS ich DANN geschafft habe&#8230; Bin ich dann berühmt? Lebe ich dann so, wie ICH es will? Bin ich dann reich? Bin ich dann frei? Habe ich dann der Welt etwas Wesentliches hinterlassen? Bin ich dann erleuchtet oder weise? WAS will ich denn schaffen?</p>
<p>Mir wurde klar, dass es mir nicht so sehr um diese Äußerlichkeiten (Geld, Anerkennung, Reichtum&#8230;) geht, sondern um etwas Inneres. Das Gefühl, es geschafft zu haben, geht für mich mit dem Gefühl einher, bei MIR angekommen zu sein. In mir selbst ruhen zu können und in tiefer Übereinstimmung zu sein mit dem, was ich tue. Vielleicht habe ich mich deshalb immer wieder mit den Themen Berufung, Lebensaufgabe und Entwicklungsaufgaben beschäftigt. Immer wieder vor dem Hintergrund, mehr über mich wissen zu wollen und mit der Idee im Kopf, wenn ich meine Berufung, meine Lebensaufgabe gefunden habe, DANN kann ich angekommen. Dann erfülle ich (nur noch) diese eine Aufgabe und dann lebe ich glücklich, erfüllt und zufrieden. Oder ich weiss dann zumindest, welchen Weg ich einschlagen muss, um dieses Ziel zu erreichen.</p>
<p>Mal abgesehen davon, das das nicht so einfach ist, diese Aufgabe zu erkennen und zu erfüllen (heisst ja nicht umsonst &#8222;Lebensaufgabe&#8220;) zeigte mir diese Erkenntnis aber, dass es mir um mehr geht als um äussere, greifbare und messbare Kriterien bzw. Ziele.</p>
<h4>Bei mir ankommen</h4>
<p>Was bedeutet dieses Gefühl, bei mir angekommen zu sein, für mich? Über den &#8222;äusseren&#8220; Erfolg hinaus. Wie fühlt sich das an?</p>
<p>Für mich scheint es gleichbedeutend zu sein mit: die eigenen Bedürfnisse kennen und mit ihnen im Einklang leben, sich von äusserer Kritik oder Konflikten nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, zentriert sein, letztendlich sich getragen, beschützt und gut aufgehoben fühlen. Und plötzlich wurde mir klar, dass dieses Bedürfnis, bei mir selbst anzukommen, das gleiche Bedürfnis ist, wie das eines Kindes, in den liebevollen, beschützenden und haltenden Armen seiner Mutter &#8222;anzukommen&#8220;. Ohne Erwartungen, ohne Bedingungen erfüllen zu müssen, ohne angepasst sein müssen, einfach gewollt, gehalten und geliebt werden. Bedingungslose Liebe spüren&#8230;</p>
<p>Und mit einem mal tut sich vor mir das ganze Ausmass meiner kindlichen Bedürftigkeit auf. Mir wurde klar, das diese ganze Suche, dieses ganze sich mit mir auseinandersetzen, dieses Verändern von äusseren Umständen, die ganze Unruhe&#8230;, letztlich hat all das nur das eine Ziel: das kindliche Bedürfnis, das Gefühl geschenkt zu bekommen, in den haltenden Armen der liebevollen Mutter anzukommen. Ich scheue mich fast vor diesem &#8222;pathetischen&#8220; Ausdruck, aber es entspricht meiner Erfahrung:</p>
<blockquote><p>&#8222;Jede Suche findet letztlich Ihr Ende in den schützenden und haltenden Armen einer liebenden Mutter.&#8220;</p>
<div id="attachment_448" style="width: 262px" class="wp-caption alignright"><img aria-describedby="caption-attachment-448" loading="lazy" class=" wp-image-448" src="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514360_0001-300x202.jpg" alt="glückliche Kindheit" width="252" height="170" srcset="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514360_0001-300x202.jpg 300w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514360_0001-648x437.jpg 648w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514360_0001-284x192.jpg 284w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514360_0001.jpg 723w" sizes="(max-width: 252px) 100vw, 252px" /><p id="caption-attachment-448" class="wp-caption-text">Quelle: privat</p></div></blockquote>
<p>Wirtschaftlicher Erfolg und wirtschaftliche Absicherung &#8222;ersetzen&#8220; mir den dort erhofften Schutz und Halt; menschlicher Erfolg und Anerkennung &#8222;ersetzen&#8220; mir den Stolz in den Augen meiner Mutter; die unruhige Suche, die Beschäftigung mit meinen Bedürfnissen, das &#8222;Suchen im Aussen&#8220;, sucht und erhofft sich letztlich immer die spiegelnde Reflexion und Antwort in den Augen meiner Mutter: &#8222;Was Du tust ist in Ordnung und ich liebe Dich, unabhängig von meinen Gefühlen und Erwartungen an Dich.&#8220;</p>
<h4>Was ist &#8222;verkehrt&#8220; gelaufen?</h4>
<p>Aber wieso sollte mir das fehlen? Was ist in meiner Kindheit &#8222;falsch&#8220; gelaufen?! Von aussen gesehen hatte ich eine perfekt glückliche Kindheit. Es war alles da. Eine liebevolle Umgebung, Freunde, wirtschaftlicher Wohlstand, Stabilität&#8230; ich wurde weder geschlagen noch missbraucht oder sonst wie traumatisiert. Wie lässt sich dann diese Unruhe, die dauernde Suche, diese Leere und diese Bedürftigkeit erklären? Und vor allem, WAS läßt sich dagegen tun?!</p>
<h4>Kriegsenkel und das Erfüllen von Erwartungen</h4>
<p>Die ersten Antworten fand ich, als ich mich mit dem Thema &#8222;Kriegsenkel&#8220; und der Weitergabe von Traumatisierungen über Generationen hinweg auseinander setzte. Da gab es Menschen, die ähnliche Empfindungen schilderten, wie ich sie in meinem Leben immer wieder durch lebte. Auch sie waren ständig auf der Suche&#8230; nach dem Sinn, nach der Heimat, nach sich selbst&#8230; Auch sie konnten nicht &#8222;ankommen&#8220;. Nicht bei sich und nicht in diesem Leben.</p>
<p>Die Erklärung hinter diesem Phänomen ist, dass die Generation der Kriegskinder emotional durch die Kriegserlebnisse traumatisiert, mehr damit beschäftigt war, die realen Trümmer weg zu räumen und Aufbauarbeit zu leisten, als sich mit der emotionalen Traumatisierung durch den Krieg auseinander zu setzen. Dafür bekamen deren Kinder, also die Kriegsenkel, die Funktion der emotionalen Stütze zugewiesen. Diese Kinder waren/sind die ganze Freude, der Stolz und die Hoffnung dieser Generation. Ihre Aufgabe ist es, die (emotionalen) Erwartungen der Eltern zu erfüllen. Daraus entsteht dann bei vielen Kriegsenkeln das Gefühl der inneren Leere bzw. eine innere Orientierungs- und Haltlosigkeit. Weil für sie immer die Gefühle und die Erwartungen der Eltern die Leitlinie und die Orientierung gaben.</p>
<div id="attachment_139" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-139" loading="lazy" class="size-medium wp-image-139" src="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2014/12/img837-300x184.jpg" alt="glückliche Kindheit" width="300" height="184" srcset="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2014/12/img837-300x184.jpg 300w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2014/12/img837-1024x628.jpg 1024w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2014/12/img837-648x397.jpg 648w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2014/12/img837-313x192.jpg 313w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-139" class="wp-caption-text">Quelle: privat</p></div>
<p>Gemeinsam ist allen diesen &#8222;Kriegsenkeln&#8220;, dass in den Familien über die traumatischen Kriegserlebnisse nicht gesprochen wurde. So war es in meiner Kindheit auch. Meine Eltern habe beide den Krieg als fast erwachsene Jugendliche durchlebt. Mein Vater als Soldat, meine Mutter als Helferin in verschiedenen Lazaretten. Beide haben Geschwister im Krieg verloren, mein Vater musste sich als ältester Sohn um seine Mutter und die jüngeren Brüder kümmern. Sein Vater war schon vor dem Krieg an einer natürlichen Todesursache gestorben.  Beide haben sicherlich vieles, Verstörendes und traumatisierendes erlebt. Geredet wurde darüber wenig bis garnicht. Was soll es da schon zu reden geben? Es war eben so, wie es war. Und daran wollen wir nicht erinnert werden. Jetzt ist ja alles gut.</p>
<p>Geblieben ist aber bei meinen Eltern ein starkes Bedürfnis nach Sicherheit und materieller Absicherung. Mein Vater fragte mich bei meiner ersten Anstellung als erstes, ob der Arbeitgeber auch eine private Rentenversicherung mit anbietet. Das war das Wichtigste. Schon bei der ersten Stelle an die Rente denken und am besten noch im öffentlichen Dienst. Sicherheit auf Lebenszeit. Genauso gab es die Erwartung, meinen Eltern keine Sorgen zu machen und &#8222;brav&#8220; zu sein, Freude zu machen. Und das durchaus auch in einer existenziellen Form. Meinen Eltern konnte es nur gut gehen, wenn sie wussten, dass ihre Kinder einen &#8222;guten&#8220; Weg gingen. Abweichungen wurden mit Liebesentzug bis zum Kontaktabbruch bestraft. Auch jetzt noch gibt es bei ihnen die Erwartung, das ihre Kinder für die Eltern da zu sein haben, sie zu unterhalten und emotional zu unterstützen haben.</p>
<h4>Der &#8222;Lilith-Komplex&#8220;</h4>
<div id="attachment_450" style="width: 216px" class="wp-caption alignright"><img aria-describedby="caption-attachment-450" loading="lazy" class="size-medium wp-image-450" src="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514372_0001-206x300.jpg" alt="glückliche Kindheit" width="206" height="300" srcset="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514372_0001-206x300.jpg 206w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514372_0001-132x192.jpg 132w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514372_0001.jpg 504w" sizes="(max-width: 206px) 100vw, 206px" /><p id="caption-attachment-450" class="wp-caption-text">Quelle: privat</p></div>
<p>Die Erklärung durch die Weitergabe von Kriegstraumata reichte mir aber noch nicht. Es musste noch was anderes geben, etwas was &#8222;tiefer&#8220; geht. Zu grundsätzlich waren meine Gefühle und Empfindungen. Ich fand eine weitere Erklärung eher zufällig in dem Buch &#8222;<a href="https://www.amazon.de/Lilith-Komplex-Die-dunklen-Seiten-M%C3%BCtterlichkeit/dp/3423342013">Der Lilith-Komplex</a>&#8220; von Hans-Joachim Maaz. Der Autor beschreibt darin, dass es in jeder Mutter auch eine das Kind ablehnende Seite gibt, dass diese aber gesellschaftlich tabuisiert und von der Mutter meist geleugnet wird. Dadurch ist sie nicht zu bearbeiten und belastet die frühe Mutter-Kind-Beziehung. Denn die negativen Gefühle dem Kind gegenüber können so von der Mutter unbewusst auf das Kind projiziert werden und wirken sich dann auf das Kind aus. Maaz drückt es so aus:</p>
<blockquote><p>&#8222;Durch seine Mutter, aus ihren Reaktionen, lernt das Kind, <strong>sich</strong> zu verstehen. Die Mutter übersetzt noch dunkles Empfinden in Gefühle, Bilder und Worte; sie lehrt zu differenzieren. Aber wehe, wenn ihr Spiegel verzerrt, ihre dolmetschenden Fähigkeiten beschränkt sind, dann kann sich ihr Kind nicht mehr in ihr erkennen und wird sich selbst verlieren.&#8220;</p></blockquote>
<p>Genau das war es&#8230; Das musste es sein&#8230;  Mir fallen viele Gründe ein, warum dieser Spiegel in der Beziehung zwischen meiner Mutter und mir &#8222;verzerrt&#8220; sein könnte. Ohne dass ich meine Mutter damit &#8222;schlecht&#8220; machen oder ihr Vorwürfe machen möchte. Alleine Gesellschaftliche Gründe können zu dieser Verzerrung geführt haben&#8230;  Die Tatsache, dass man Kinder in den 60er Jahren &#8222;aus hygienischen Gründen&#8220; nicht stillte, z.B. Vermutlich gab es damals auch &#8222;Fütterpläne&#8220; und feste Zeiten, in denen die Bedürfnisse des Kindes keine Rolle spielten.  Und auch sonst spüre ich, dass es in der Beziehung zu meiner Mutter mehr um ihre Bedürfnisse gegangen ist, als um meine. Meine &#8222;Aufgabe&#8220; als Kind war es, sie glücklich zu machen. Das habe ich schon früh gespürt. Und schon während ich dies schreibe, kommt das schlechte Gewissen: &#8222;So etwas schreibt man nicht über seine Mutter, schon garnicht öffentlich! Schäm Dich, Du bist ein schlechtes und undankbares Kind!&#8220;</p>
<p>Meine Suche nach Bestätigung im aussen, meine Rastlosigkeit, meine innere Haltlosigkeit, all das ergibt vor dem Hintergrund dieser Hypothesen plötzlich einen Sinn. Meine Suche soll diese oben beschriebene Erfahrung ersetzen: mich selbst im positiven Feedback (Erfolg) von Aussen vermeintlich selbst erkennen können, um damit die innere Leere zu überdecken bzw. die Angst beruhigen zu können, diese innere Leere plötzlich anzutreffen, zu entdecken. Die schmerzliche Erfahrung machen zu müssen, dass bei diesem eigentlich ersehnten &#8222;Ankommen bei mir&#8220; garnichts zu finden ist, wo man &#8222;ankommen&#8220; könnte. Einfach nur eine gähnende Leere&#8230;</p>
<h4>Der Ur-Schmerz</h4>
<div id="attachment_452" style="width: 337px" class="wp-caption alignleft"><img aria-describedby="caption-attachment-452" loading="lazy" class=" wp-image-452" src="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514381_0001-300x202.jpg" alt="glückliche Kindheit" width="327" height="220" srcset="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514381_0001-300x202.jpg 300w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514381_0001-648x436.jpg 648w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514381_0001-285x192.jpg 285w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514381_0001.jpg 762w" sizes="(max-width: 327px) 100vw, 327px" /><p id="caption-attachment-452" class="wp-caption-text">Quelle: privat</p></div>
<p>Ob es nun darum geht, diese innere Leere zu überdecken oder zu verhindern, den Schmerz zu spüren, dass der erkennende und liebende Blick der Mutter, die haltenden und gleichzeitig loslassenden Arme nicht mehr zu bekommen ist, für immer verloren sind&#8230; Immer dient die Suche, die Unruhe, der nächste Kick, das nächste Projekt, der nächste zu erzielende Erfolg dazu, diesen Ur-Schmerz nicht fühlen zu müssen.</p>
<p>Diese unbedingte Vermeidung, diesen Schmerz spüren zu müssen, spiegelt sich auch in meinen aktuellen Beziehungen zu erwachsenen Menschen wieder. Immer dann, wenn es darum geht, eigene Bedürfnisse in erwachsenen Beziehungen auf Augenhöhe zu vertreten, besteht auch die Gefahr, abgewiesen zu werden. Das bringt das Verhandeln von Bedürfnissen auf Augenhöhe mit sich. Warum sollten meine Bedürfnisse wichtiger sein als die Bedürfnisse des anderen? Diese Gefahr der &#8222;Ablehnung&#8220; bringt mich aber unvermeidbar wieder in den Kontakt mit meinem Ur-Schmerz. Denn es gibt im Aussen niemanden (mehr), der meine Bedürfnisse, ohne dass ich sie formuliere, von sich aus erkennt, und auch noch für deren Erfüllung sorgt. Das ist einzig und allein Aufgabe und Rolle der Mutter. Und damit gehört diese Erwartung, diese Anspruchshaltung, bei der ich mich immer wieder &#8222;erwische&#8220;, in die Mutter-Kind-Beziehung, nicht in die Beziehung mit einem Erwachsenen auf Augenhöhe. Und trotzdem dient mein Ganzes &#8222;Erwartungen erfüllen&#8220;, &#8222;helfen wollen&#8220;, &#8222;der gute Junge sein&#8220;, &#8222;erfolgreich sein&#8220;&#8230; alles was ich für andere tue, letztlich nur der Untermauerung der Forderung, dass ICH dann doch irgendwann auch einmal &#8222;dran&#8220; sein darf, wenn ich schon so viel getan habe&#8230; die Haltung eines Märtyrers&#8230;</p>
<p>Das Paradoxe daran ist, dass ich durch den eigentlichen Wunsch der Vermeidung, diesen Schmerz spüren zu müssen, ihn immer wieder erlebe bzw, ihn immer wieder lebendig werden lasse. Denn natürlich misslingen meine Manipulationsversuche immer wieder und immer öfter. Und halten damit den Schmerz, den ich eigentlich nie spüren will, lebendig. Aber dieses unbewusste Vorgehen erlaubt mir, die &#8222;Schuld&#8220; für den Schmerz auf andere zu projizieren und macht damit eine Verarbeitung unmöglich&#8230;</p>
<h4>Was hilft nun?</h4>
<p>Es klingt wie eine &#8222;Phrase&#8220;, aber durch meine Erfahrungen habe ich die Wahrheit dieses Satzes kennen gelernt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Der einzige Weg da RAUS, ist der Weg da DURCH!&#8220;</p></blockquote>
<p>Es geht darum, immer wieder zu erkennen, wo die Erfahrung dieses Schmerzes verhindert werden soll, und ihn sich dann voll bewusst zu machen und zu durchleben. Mit all den negativen Gefühlen von Trauer und Wut. Aber ohne sich von diesen Gefühlen mitreißen zu lassen, ohne sie immer wieder mit Energie zu versorgen, aber sie zuzulassen und zu durchleben. Dabei kann professionelle Hilfe nötig und hilfreich sein.</p>
<div id="attachment_455" style="width: 207px" class="wp-caption alignright"><img aria-describedby="caption-attachment-455" loading="lazy" class="size-medium wp-image-455" src="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514380_0001-197x300.jpg" alt="glückliche Kindheit" width="197" height="300" srcset="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514380_0001-197x300.jpg 197w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514380_0001-126x192.jpg 126w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2016/08/SKMBT_C224e16082514380_0001.jpg 485w" sizes="(max-width: 197px) 100vw, 197px" /><p id="caption-attachment-455" class="wp-caption-text">Quelle: privat</p></div>
<p>Ohne dieses Leid, ohne diesen &#8222;Gang in den Keller&#8220;, ohne die Konfrontation mit Deinem Schatten, gibt es keinen wirklichen Fortschritt, keine Entwicklung. Vielleicht spielst Du das Spiel dann eine Weile auf einer anderen Ebene weiter, aber es bleibt das gleiche Spiel. Früher oder später gelangst Du wieder an den gleichen Punkt&#8230; Die zwanghafte Vermeidung des Ur-Schmerzes.</p>
<p>Da ich selber noch mitten in diesem Prozess des &#8222;dadurch&#8220; bin, kann ich Dir noch nicht sagen, was danach kommt. Das wäre an dieser Stelle vermessen&#8230; Aber ich werde meine Erfahrungen bestimmt wieder teilen :-)</p>
<p>Es gibt in der Coaching und Selbsthilfe-Literatur verschiedene, vermeintliche Auswege oder Abkürzungen, die vorgeben, das gleiche Ergebnis zu erzielen, wie das immer wieder bewußte Durchleben des Schmerzes:</p>
<h4>1. Ausweg &#8222;Selbstliebe&#8220;</h4>
<p>Es gibt Autoren, die sind an dieser Stelle der Meinung, man könne &#8222;einfach&#8220; die Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse übernehmen und &#8222;selber&#8220; dafür sorgen soll und kann, dass man für sich selber dann &#8222;die liebende Mutter&#8220; wird, um die &#8222;Lücke&#8220; füllen zu können und den Schmerz zu stillen.</p>
<p>Selbstliebe und Selbstfürsorge sind wichtig, gar keine Frage. Aber sie sind kein Ausweg aus dem oben genannten Schmerz. Warum? Wenn ich den Schmerz nicht annehme und ihn durch lebe, wird aus vermeintlicher &#8222;Selbstliebe&#8220; schnell &#8222;Egoismus&#8220;, weil ich der Meinung bin, es gäbe ein &#8222;Recht&#8220; auf die Erfüllung meiner Bedürfnisse. Sie wurden mir schon so lange vorenthalten, dann &#8222;kämpfe&#8220; ich jetzt für sie unter der Flagge der &#8222;Selbstliebe&#8220; für sie und setze sie durch, egal, welchen Preis ich dafür bezahle.</p>
<p>Das hat nichts mit Souveränität, mit bei sich ankommen und Zentriertheit zu tun. Das ist nur eine andere Ebene des Kampfes.</p>
<h4>2. Ausweg: &#8222;Arbeit mit dem inneren Kind&#8220;</h4>
<p>Ähnlich verhält es sich mit dem vermeindlichen Ausweg &#8222;Arbeit mit dem inneren Kind&#8220;. Ich nehme den bedürftigen, kindlichen Anteil in mir wahr und umsorge ihn selber&#8230; Das kann funktionieren, aber auch erst dann oder nur dann, wenn ich dieses Kind auch in seiner Trauer oder Wut umsorge und eben NICHT dafür sorge, dass dieses Kind in mir diese Trauer und diesen Schmerz garnicht erst fühlen muss. Genauso fatal wäre es, dem inneren Kind zu erlauben, diese lange unterdrückten Gefühle nun endlich &#8222;auszuleben&#8220;.</p>
<p>Dann habe ich nichts gewonnen, ausser das ich ein neues Argument für meinen Egoismus habe: &#8222;mein inneres Kind braucht das jetzt&#8230;&#8220;</p>
<h4>3. Ausweg: &#8222;Mach Dein Ding!&#8220;</h4>
<p>Zum Abschluss noch ein Wort an all die Mach-Dein-Ding-Coaches, die Du-schaffst-das-Propheten, die Glaub-an-Dich-Schulterklopfer und die vielen Coaches und Speakers, die die schnelle Lösung mit all ihren tollen Methoden in Vorträgen und Seminaren mit tausenden von Menschen von der Bühne in die Welt schreien&#8230;</p>
<p>Ihr berührt nur die Oberfläche und verursacht leichtes Kräuseln der Wellen. In die Tiefe kommt ihr nicht&#8230;</p>
<p>Ich bin der erste, der will, dass Menschen in ihre Kraft kommen. Ich bin der erste, der Menschen ermutigen will, ihr Potential auszuleben, ihre Ressourcen zu stärken und ihren Weg zu gehen. Es ist wundervoll, Menschen erblühen zu sehen, garkeine Frage. Und ich selber habe bei Euch eine Menge gelernt. Vielen Dank dafür!</p>
<p>Aber ich kann erst wirklich &#8222;erfolgreich&#8220; werden, wirkliche Erfüllung, wirkliche Kraft finden und mein Potential abrufen, wenn ich diesen Ur-Schmerz, den jeder für sich anders wahr nimmt und der für jeden anders aussieht, wenn ich den finde, erkenne, durchlebe und verarbeite. Sonst ist alles Handeln, alle Veränderung, nur ein leichter Wind auf der Wasseroberfläche, der für kurzen Wellenschlag sorgt, das Meer aber unverändert lässt. Die Wahrheit, der Schatz, liegt in der Tiefe. Und dieser Weg geht nicht ohne Schmerzen, dass ist die &#8222;Wahrheit&#8220;, die Ihr Euren Zuhörern und Kunden verheimlicht. Schneller Erfolg, schnelle Veränderung, ist genauso schnell wieder verweht&#8230;.</p>
<blockquote><p>&#8222;Wirkliche Veränderung findet IMMER in INNEN statt, nie im Aussen. Das Äußere passt sich dem Inneren an.&#8220;</p></blockquote>
<div id="attachment_108" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-108" loading="lazy" class="wp-image-108 size-medium" src="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2014/11/img833-300x210.jpg" alt="glückliche Kindheit" width="300" height="210" srcset="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2014/11/img833-300x210.jpg 300w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2014/11/img833-1024x719.jpg 1024w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2014/11/img833-648x455.jpg 648w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2014/11/img833-273x192.jpg 273w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-108" class="wp-caption-text">Quelle: privat</p></div>
<p>Und in diesem Sinne IST es zu spät für eine glückliche Kindheit. Der Ur-Schmerz sagt Dir, dass sie vorbei ist und das all das, was Du Dir dort erträumt und ersehnt hast, niemals wieder kommen wird. Das &#8222;Loch&#8220; wird bleiben. Und diese Erkenntnis tut weh, bei allen Ressourcen-orientierten Blickwinkeln und Umdeutungen.</p>
<h4>Zum Schluss</h4>
<p>Ich danke Dir, dass Du meinen Gedanken bis hierher gefolgt bist. Ich freue mich, wenn sie Dich unterhalten haben und natürlich noch mehr, wenn Du etwas davon für Dich persönlich mitnehmen konntest.</p>
<p>Kennst Du diesen &#8222;Ur-Schmerz&#8220; auch? Oder hälst Du meine Gedanken für Quatsch? Was treibt Dich an? Was denkst Du über meine Gedanken? Lass es mich in einem Kommentar wissen :-)</p>
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		<title>Eine Woche ohne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans-Jürgen Lahann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Nov 2015 00:55:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Innenansichten eines Bloggers]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensziele]]></category>
		<category><![CDATA[Vision]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manchmal muss erst ein Einschnitt von aussen kommen, um Dir deutlich zu machen, wie sehr sich Dein Leben in der letzten Zeit verändert hat. Bei mir geschah es durch die plötzliche Trennung von Telefon und Internet. Für eine Woche. In der Woche vorher gab es schon immer mal wieder kleinere Probleme und Ausfälle, aber dann [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2015/11/Fotolia_90976815_XS_copyright.jpg"><img loading="lazy" class="wp-image-316 aligncenter" src="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2015/11/Fotolia_90976815_XS_copyright-300x221.jpg" alt="Eine Woche ohne" width="464" height="341" srcset="https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2015/11/Fotolia_90976815_XS_copyright-300x221.jpg 300w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2015/11/Fotolia_90976815_XS_copyright-260x192.jpg 260w, https://kraft-der-seele.de/Blog/wp-content/uploads/2015/11/Fotolia_90976815_XS_copyright.jpg 424w" sizes="(max-width: 464px) 100vw, 464px" /></a></p>
<p>Manchmal muss erst ein Einschnitt von aussen kommen, um Dir deutlich zu machen, wie sehr sich Dein Leben in der letzten Zeit verändert hat.</p>
<p>Bei mir geschah es durch die plötzliche Trennung von Telefon und Internet. Für eine Woche. In der Woche vorher gab es schon immer mal wieder kleinere Probleme und Ausfälle, aber dann standen wir eine Woche ohne digitale Verbindung zur Aussenwelt da.</p>
<p>Nach dem ersten Schrecken und der Panik, viel Wichtiges zu verpassen und meine treuen Leser nicht mehr erreichen zu können, ergaben sich nach einer Weile durch diese Zeit eine Reihe von Erkenntnissen, die Dich vielleicht überraschen werden.</p>
<p><span id="more-315"></span></p>
<p>Die (technischen) Einzelheiten und das Hin und Her mit unseren beiden Telefonanbietern möchte ich Dir ersparen. Alleine DAS würde einen ganzen Beitrag füllen. Für hier reichen die Fakten: Nachdem es Störungen mit unserem Anschluss gab, war die Leitung nach einigen Tagen komplett tot. Und die Aussage des Netzbetreibers war, das es bis zu dreissig Tage dauern kann, bis die Leitung repariert ist, weil evtl. Erdarbeiten anstehen. Dazu kommt noch, dass ich auf dem Land lebe und es hier kaum Handynetzabdeckung gibt. Jdf. auf keinen Fall genügend, um mit dem Handy im Internet aktiv zu sein. Weiterhin hatte ich in der Zeit 5 Tage Urlaub, so dass ich auch die Technik in meinem Arbeitsbüro während der Mittagspause nicht nutzen konnte. Es gab nichts zu beschönigen: ich konnte für eine absehbar längere Zeit nicht im Netz aktiv sein.</p>
<p>Na und, wirst Du jetzt vielleicht sagen, wo ist das Problem? Es gibt Schlimmeres!</p>
<p>Der Punkt ist, dass ich bis dato noch garnicht wirklich realisiert hatte, wie sehr sich mein Leben in den letzten 1,5 Jahren verändert hatte. Im Sommer vergangenen Jahres sind meine beiden Blogs &#8222;<a href="https://schmerzfrei-durch-ernaehrung.de/Blog/">Schmerzfrei durch Ernährung</a>&#8220; und &#8222;<a href="https://kraft-der-seele.de/Blog/">Kraft der Seele</a>&#8220; online gegangen. Ich muss zugeben, ich bin sehr &#8222;naiv&#8220; an die Sache heran gegangen. Auf die Anregung meiner Frau hin wollte ich einen Weg finden, mein Wissen an möglichst viele Menschen weiter zu geben. Mein Wissen über die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Arthrose und mein Wissen über die vielen Coaching Tools und spirituellen Fragen, die ich in meinem Leben bearbeitet habe / hatte. Da ich gerne schreibe, bin ich auf die Idee mit den Blogs gekommen.</p>
<h4>Die Begeisterung am Anfang</h4>
<p>Die Welt der PCs und des Internets ist mir nicht neu, aber mit der Einrichtung der Blogs eröffnete sich mir eine völlig neue und aufregende Welt. Bisher kannte ich es nur so, dass man Webseiten in Auftrag gibt und das sie nur vom &#8222;Fachpersonal&#8220; bearbeitet und verändert werden können. Jetzt lernte ich, wie ich selber alles bestimmen konnte, was ich wollte. Inhalte, Design, Struktur usw&#8230; Eine aufregende Erfahrung und eine enorme Erweiterung meiner Kenntnisse und Fähigkeiten. Und weil das alles so aufregend war und ich mich vorher nur mit den wichtigsten Deteils beschäftigt hatte, legte ich einfach los. Ohne mir viel Gedanken zu machen.</p>
<p>Und ich merkte schnell, dass es in der neuen Welt unendlich viele Möglichkeiten gab, aber damit auch unendlich viele Fehlerquellen und Entscheidungspunkte. Ich nahm eine Hürde und es taten sich direkt danach mind. zwei neue auf&#8230; Aber es machte Spass, ein Problem nach dem nächsten lösen zu können. Die Seiten wuchsen und wurdne immer &#8222;besser&#8220;. Ein richtiger Hype entstand.</p>
<p>Wer einen Blog schreibt, will auch, dass er gelesen und wahrgenommen wird, sonst bräuchte man ihn nicht zu schreiben. Es gibt viele Menschen im Internet, die Anfängern wie mir erklären, wie man Leser auf seinen Blog bekommt. Das Problem ist, das das Netz inzwischen so voll mit Informationen ist, dass man etwas tun muss, um in diesem Wust an Informationen wahrgenommen zu werden. Es reicht nicht, einen guten Beitrag zu schreiben, eine tolle Seite zu haben und darauf zu vertrauen, dass Google einen schon findet.</p>
<h3>Bekannt werden wollen</h3>
<p>Wenn man gelesen werden möchte, muss man seine Beiträge und seine Seite regelrecht &#8222;vermarkten&#8220;. Sei aktiv in sozialen Netzwerken, sammle E-Mail Adressen, schreibe regelmäßig, mache Videos und Podcasts, liefere unschlagbaren Inhalt&#8230; Das sind so, zusammen gefasst, die häufigsten Tipps. Das Problem an der Geschichte ist: Das ist harte Arbeit. Auch wenn es ganz locker klingt, es kostet Zeit und Energie. Jeder Leser, jede E-Mail Adresse, ist hart erarbeitet. Diese Geschichten von Seiten, die plötzlich einfach so &#8222;durch die Decke&#8220; gehen und tausende von Lesern und Klicks erreichen, sind die Ausnahme geworden. Es gibt nichts, was es nicht schon gibt. Ja, Du hast Deine persönliche Note und Deine persönlichen Leser, aber das Grundthema ist bestimmt schon irgendwo im Netz verfügbar.</p>
<p>Ich investierte also nicht nur Zeit in meine Beiträge, sondern begab mich auch auf die Suche nach Menschen, die das, was ich zu sagen hatte, auch gebrauchen konnten. Und so war ich dann nicht nur mit dem Schreiben von Beiträgen beschäftigt, sondern las Blogs, die mir halfen, vermeintliche Schwachstellen auf meiner Seite zu finden, studierte täglich meine Statistiken und freute mich, wenn sie stiegen und war frustriert, wenn sie sich reduzierten und war viel präsent in sozialen Netzwerken, vor allem auf Facebook.</p>
<p>Und das Ganze passierte so langsam und schleichend, dass es mir garnicht bewusst wurde. Vor allem nicht, woher ich die Zeit für all das genommen habe.</p>
<h3>Es hat sich was verändert</h3>
<p>Erst jetzt, als der große &#8222;Break&#8220; kam, fühlte es sich plötzlich merkwürdig an&#8230;</p>
<p>Plötzlich wurde mir klar, dass meine Morgenroutine statt Chi Gong und Meditation, jetzt aus der Sichtung der Statistiken und Facebook-Besuchen bestand. Inzwischen musste ich die Abfolge der Chi Gong Übungen wieder nachsehen, obwohl ich sie schon mal aus dem FF konnte&#8230; Jetzt hatte ich plötzlich Situationen am tag, an denen ich erstmal überlegen musste, was ich jetzt tun will. Der routinierte Griff zum Laptop oder Tablett führte ins Leere, da war nichts mehr&#8230; Plötzlich hatte ich auch wieder Zeit zum Lesen. Früher meine Lieblingsbeschäftigung, konnte ich mich jetzt kaum noch daran erinnern, wann ich das letzte mal ein Buch in der Hand hatte. Obwohl meine Regale voller spannender Bücher sind, die darauf warten, endlich gelesen zu werden.</p>
<p>Und etwas anderes habe ich in dieser Zeit ohne Internet und Telefon wieder neu entdeckt: das NICHTSTUN. So blöd es vielleicht klingen mag, aber ich habe mir in der letzten Zeit immer weniger Zeit für Erholung genommen. Immer in dem Glauben, wieso, ich mache doch das, was mir Spass macht, da braucht es doch keine Erholung&#8230; Erst jetzt merkte ich, wie gut es tut, einfach mal nur so da zu sitzen (s. Loriot :-)) und nichts zu tun&#8230; oder mal lange zu schlafen&#8230;</p>
<h3>Tue nur das, was Dir Spass macht&#8230;</h3>
<p>Diese Erfahrungen machten mich sehr nachdenklich&#8230; Wie ist das denn nun mit dieser Hypothese, das man nicht ausbrennt, wenn man immer das macht, was einen erfüllt und was Spass macht? Vielleicht habe ich da auch was falsch verstanden&#8230; Mein Job macht mir Spass, meine Blogarbeit macht mir Spass, meine Facebook-&#8222;Arbeit&#8220; macht mir Spass&#8230; und trotzdem merke ich, wie sehr mir Erholung fehlt, wenn plötzlich Zeit dafür da ist&#8230; Vielleicht ist es eine Frage der Motivation, also des Antriebes? Geht es darum, ob ich zu jeder Zeit das mache, was ich jetzt gerade tun WILL, oder nur das, was gerade dran ist, getan werden muss oder jetzt nötig ist? Mir fällt dazu immer dieser blöde Waldorf-Witz ein: Fragen die Kinder die Erzieherin im Waldorfkindergarten: &#8222;Müssen wir heute wieder spielen, was wir wollen?&#8220;</p>
<p>Ich lande wieder bei meinem &#8222;alten&#8220; Thema&#8230; <strong>Höre auf Dich und sorge für Dich, statt Dich von Zielen im aussen leiten zu lassen&#8230;.</strong></p>
<h3>Das &#8222;Warum&#8220; kennen</h3>
<p>Meine Frau brachte es auf den Punkt: &#8222;Was willst Du mit Deiner Blog-Arbeit? <strong>Anderen Dienen oder selbst bedient werden?</strong>&#8220; Also, will ich wirklich mit meinem Blog für andere hilfreich sein, oder geht es mir &#8222;nur&#8220; um Anerkennung und &#8222;Belohnung&#8220;? Ich habe mich mit dem Hinweis retten wollen, dass meine Arbeit ja nur dann anderen helfen kann, wenn sie meine Beiträge auch finden&#8230; aber gespürt habe ich, dass etwas wahres dran ist&#8230; es geht auch um Anerkennung. Lob, Gesehen werden&#8230; Gibt es etwas schöneres als sagen zu können, ich habe einen Blog, eine Seite geschaffen, die die Welt verändert? Ja, hoher Anspruch, ich weiss, aber wenn ich ehrlich bin&#8230; das ist zumindest ein Teil meines Antriebes&#8230; Und damit auch ein Teil des Problems&#8230;</p>
<p>Das bringt mich zu meinen neuen Erkenntnissen über Facebook&#8230;</p>
<h3>Die Vor- und Nachteile von Netzwerken</h3>
<p>Ich muss es gestehen, ich LIEBE Facebook&#8230; Anfangs hatte ich mich dort angemeldet, weil ich darüber alte Freunde, die ich längst aus den Augen verloren hatte, dort wieder treffen konnte. Durch meine digitale Arbeit habe ich dort im letzten Jahr sehr viele, fantastische und tolle Menschen kennen und schätzen gelernt. Auch, wenn wir uns noch nie persönlich getroffen haben, würde ich nicht zögern, viele davon als wirkliche Freunde zu bezeichnen. Mit manchen ist der Kontakt eher sachlich und Themen bezogen, mit anderen sehr persönlich. So, wie es eben bei jedem passend ist. Eine unschätzbare Bereicherung meines Lebens. Freunde in ganz Europa :-)</p>
<p>Das ist ein riesen Vorteil von Facebook, den ich nicht missen möchte. Ihr seid mir alle sehr ans Herz gewachsen :-)</p>
<p>Es ist allerdings auf FB nicht möglich, die Nachrichten, die man von Freunden bekommt, zu &#8222;filtern&#8220; :-) Und darin liegt für mich der Haken&#8230; nicht, weil ich keine schlechten Nachrichten vertrage, darum geht es nicht&#8230; Es ist eher dieses stechende Gefühl, wenn ich sehe, was bei den anderen und deren Projekten so passiert&#8230; Hier entsteht eine neue Idee, dort werden Gastartikel geteilt und geschrieben, hier erreichen die Zahlen und die Statistik einen neuen Höhenrekord, dort verwirklicht jemand seinen Lebenstraum&#8230;</p>
<p>Florian Sauer mit seinem tollen Auto, seinem Seminarhaus und seinen Detox Wochen auf einer traumhaften Insel&#8230;</p>
<p><a href="https://www.einfachanfangen.net/blog/" target="_blank">Antje Düwel</a> mit ihrer tollen Seite, erst vor kurzem gestartet und schon jetzt in Cooperation mit vielen namhaften Größen der Szene&#8230;</p>
<p><a href="https://energyhealth.de/" target="_blank">Steffi Arlt</a> mit ihrer tollen Seite mit den schönen Rezepten und so professionellen Fotos, wie ich sie nie hinbekommen werde&#8230;</p>
<p><a href="https://www.gesundheitspraxis-fuchs.de/" target="_blank">Jen Fuchs </a>mit ihrer tollen Facebookseite mit den täglichen Morgen-Gedanken und den Videos&#8230;</p>
<p><a href="https://www.youtube.com/channel/UCZgAHgr3c_A_yN0p2aR14mA" target="_blank">Robert</a> mit seinen täglichen Videos, die sooo professionell sind und der schon längst in einer ganz anderen Liga spielt als ich&#8230;</p>
<p>Und da bin ich noch garnicht bei so erfolgreichen Seiten wie <a href="https://www.kochtrotz.de/" target="_blank">Kochtrotz</a>, <a href="https://www.silkeleopold.de/" target="_blank">Silke Leopold</a> und und und&#8230; Ganz zu schweigen von den vielen tollen Seiten, die es im Bereich persönliches Coaching und Wachstum gibt. Alles Erfolgsgeschichten, von denen ich natürlich auch gerne eine wäre&#8230;</p>
<p>Wie immer ist es der Blick auf die anderen, denen es (angeblich?) soooo viel besser geht, die soooo viel mehr Erfolg haben als ich, die all das leben von dem ich träume&#8230; Es heisst nicht umsonst: &#8222;Der Vergleich ist der Vater des Unglücklich seins.&#8220;</p>
<p>Das alles bekomme ich so mit über Facebook, ohne das ich es verhindern kann. Und es macht was mit mir, auch wenn ich es nicht gerne zugebe. Das hat nichts mit Neid zu tun. Veit Lindau sagt, Neid ist eine verkannte Kraft, eine Möglichkeit, besser zu erkennen, was ich will und es dann auch umzusetzen. Neidisch bin ich nicht. Aber ich verliere <strong>mich</strong> aus dem Augen. Ich verliere aus den Augen, worum es <strong>mir</strong> eigentlich geht. Ich verliere meine Mitte, mich selbst und meine Werte. Statt dessen vergleiche ich und bei diesem Vergleich ziehe ich immer den &#8222;kürzeren&#8220;. Und dann ist die Gefahr, dass ich versuche, die anderen zu kopieren, sie nachzumachen, um an deren Erfolg teil haben zu können. Sich von etwas anspornen und inspirieren zu lassen, und etwas schlicht zu imitieren, sind zwei verschiedene Sachen. Ich hoffe, ich lerne immer mehr, das zu unterscheiden.</p>
<p>Und ich hoffe, dass ich mich von diesen Beispielen weiter anspornen lasse, statt irgendwann frustriert das Handtuch zu werfen. Im Sinne von: DAS erreiche ich eh nie&#8230; Die anderen sind eben die anderen, mit anderen Voraussetzungen, anderen Bedingungen und anderen Fähigkeiten.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Und was bedeutet das alles jetzt? Wirst Du weniger von mir lesen, werde ich weniger auf Facebook sein, werde ich womöglich meine Blogs aufgeben?</p>
<p>Das sicher nicht. Ich weiss noch nicht genau, was ich konkret verändern werde. Wichtig ist mir erstmal, das mir diese Dinge bewusst geworden sind. Ich werde in Zukunft mehr darauf achten, mich nicht aus dem Blick zu verlieren und mir treu zu bleiben. Es gilt der Satz: Ich bleibe bei mir und in meiner Mitte. Ich konzentriere mich mehr darauf, was ich kann und was ich will und weniger darauf, was die anderen tolles machen. Ich konzentriere mich mehr darauf, diejenigen, die gerne von mir lesen, zu unterstützen, als immer darauf aus zu sein, mehr Menschen zu erreichen.</p>
<p>In diesem ganzen Prozess ist mir deutlich geworden, dass ich auf die Fragen nach dem &#8222;Warum&#8220; keine wirkliche Antwort habe. Wann ist es &#8222;genug&#8220;? Wann habe ich &#8222;genug&#8220; erreicht? Ich bin im Januar 50 geworden. Auf was in meinem Leben möchte ich zurück blicken? Womit bin ich dann &#8222;zufrieden&#8220;, um das Wort &#8222;stolz&#8220; nicht zu benutzen? Was treibt mich da eigentlich? Es wird immer jemanden geben, der NOCH erfolgreicher und NOCH &#8222;besser&#8220; war und ist als ich&#8230; DIESE Sichtweise wird mich nicht zufrieden machen, das ist mir durch diese &#8222;Auszeit&#8220; klar geworden.</p>
<p>Meine konkreten Veränderungen werden mit diesen Antworten zu tun haben. Sollte es konkrete Ergebnisse geben, lasse ich es Dich gerne wissen :-)</p>
<p>Danke, dass Du bis hierhin gelesen hast. Kennst Du die von mir beschriebenen Phänomene auch? Dann freue ich mich über einen Kommentar!</p>
<p>&nbsp;</p>
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